Heckverkleidung aufarbeiten

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Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:00

Hallo zusammen,

an meiner TTR war eine relativ neue Heckverkleidung verbaut. Die alte Verkleidung hat mir der Verkäufer mitgegeben. Nachdem ich erfahren habe, dass es eine neue Verkleidung bei Yamaha nicht mehr zu kaufen gibt (zumindest zum damaligen Zeitpunkt nicht), habe ich mir Gedanken gemacht, ob man das alte Teil vielleicht doch noch aufarbeiten könnte. Ich weiß das klingt komisch, da ich ja ne neue an der Maschine hatte, ich wollte aber einfach basteln und schauen, ob ein Teil was andere wegwerfen würden nicht doch noch zu retten ist. Vielleicht hilft dieser Beitrag ja dem einen oder anderen, der alte verblichene Plastikteile wieder herrichten will.
Das Teil sah beim Kauf sehr hoffnungslos aus. Der Kunststoff war extrem verblichen, man konnte die oberste Schicht mit dem Fingernagel mindestens 1mm tief abkratzen. Das Teil hatte diverse sehr tiefe Kratzer, zwei Risse von denen einer richtig weit durch ging und zu guter letzte war ein großes Stück des Plastiks herausgeschnitten worden. Zusätzlich war die Verkleidung übersäht mit diversen Aufklebern, die sich später als größte Herausforderung entpuppen sollten, weil das Plastik unter den Aufklebern noch hart war und somit eine sehr unebene Landschaft entstand.
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aufgrund der maximalen Bilderanzahl von 3 pro Beitrag schreibe ich gleich nen neuen Beitrag...
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:03

und noch ein paar Bilder vom Ausgangszustand...
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Schritt 1:
zu aller erst habe ich an den Befestigungspunkten Sicherungshölzchen angebracht, damit man vernünftig arbeiten kann und sich das Teil nicht mehr so verbiegt.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:14

Schritt 2: Aufkleber entfernen. Wie schon geschrieben ist unter den Aufklebern das Plastik noch fast unversehrt und deswegen hart. Hier bekommt man ein massives Problem eine ebene Fläche herzustellen.

Schritt 3: mit einer Teppichmesserklinge habe ich das alte poröse Plastik abgezogen. Das geht zwar recht gut, ist aber doch eher ne sehr langwierige Arbeit. Außerdem muss man aufpassen, dass man keine zu großen Riefen ins Plastik bekommt. Ich habe an jeder Stelle so lange abgezogen, bis ich auf gesundes Plastik gestoßen bin. Je nach Sonneneinstrahlung geht da an einigen Stellen bestimmt bis zu 1mm weg. An den Rundungen ist es besonders schwierig, weil man dort mit dem Messer nicht so gut hin kommt. An den Stellen wo Aufkleber waren, bleibt erhabenes Material zurück, das man nicht so einfach mit der Klinge abziehen kann. Außerdem ist das Ganze ne ziemliche Sauerei.
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Schritt 4: die noch erhabenen Stellen habe ich dann mit der Maschine abgeschliffen. Zuerst mit 60er Körnung, dann immer feiner. Man muss bei Plastik höllisch aufpassen mit dem Schleifen. Schleift man zu lange wird es zu heiß und verschmiert. Außerdem hat man recht schnell zu viel abgeschliffen, auch an Stellen wo man es nicht will.
Generell muss ich sagen, dass ich speziell um die Aufkleber herum nicht alles 100% eben bekommen habe. Ich habe hier später teils noch mit einer hauchdünnen Schicht Spachtel nachgeholfen.
Zum Schluss habe ich das komplette Teil mit 360er Nassschleifpapier geschliffen.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:22

Schritt 5: So, nun zu den Rissen. Ein Riss war fast durch, aber eben auch nicht ganz. Ein anderer Riss war komplett durch und ging bis zur Seite, so dass man das Teil hin und her biegen konnte.
Um die Risse zu stabilisieren, habe ich von hinten Glasfasergewebe angebracht. Das Zeug gibt's auf ner kleinen Rolle wie Klebeband. Man verwendet es eigentlich um Stöße von Rigipsplatten zu verspachteln und gegen Reißen zu sichern. Geklebt habe ich das alles mit nem Industriekleber von Beko (Allcon glaube ich). Der ist zwar laut Beschreibung eher weniger für PP Plastik geeignet, aber das Zeug hält in Verbindung mit dem Gewebe bombenfest. Das alles habe ich großzügig von innen verklebt. Mir ist klar, dass man das später bei genauerem Hinsehen sieht, aber ich wollte es unbedingt sehr stabil bekommen und das hat geklappt.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:24

Hier noch der durchgehende Riss von innen und außen...
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:30

Schritt 6: Wie bekomme ich das herausgeschnittene Teil wieder reingeflickt?
Man nehme einen alten Plastikeimer von der Tochter (ja ja, sie bekommt nen neuen :D ) und trenne den Boden heraus. Dann zeichne man sich das fehlende Teil mit Edding an und schneide es aus.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:33

Dann schleift man so lange dran herum, bis es 100% in die Lücke passt.
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Nun wieder mit der selben Methode von hinten und natürlich auch an den Kanten mit Glasfasergewebe und Industriekleber verkleben. Man glaubt es nicht aber das hält bombenfest!
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:42

nun kann man das Teil noch endgültig mit Schleifpapier bearbeiten, so dass später von außen keine Reparaturstelle sichtbar ist.
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Der überschüssige Kleber wird verschliffen.

Schritt 7: Unebenheiten um die Flickstelle und die leichten Erhöhungen um die Aufkleberstellen habe ich ganz vorsichtig verspachtelt und geschliffen. Ich weiß dass das bei Plastik suboptimal ist, aber anders bekommt man das nicht glatt. Ich habe nur extrem dünn Spachtel aufgetragen und auch nur dort wo es unbedingt sein musste. Danach wieder verschleifen und zum Grundieren vorbereiten. Leider habe ich von den verspachtelten Teile keine Bilder, aber es ist echt nur sehr wenig drauf.

Nun habe ich das komplette Teil nochmal so glatt geschliffen, dass man es grundieren kann.

Schritt 8: Teil mit Silikonentferner reinigen und Haftvermittler für Kunststoff aufsprühen. Gibt's als 1K aus der Dose. Es muss nur speziell für Kunststoff sein. Das Zeug verträgt sich dann später mit der 2K Grundierung.

Schritt 9: Ich habe im Anschluss 2K Grundierung mit der Sprühpistole aufgebracht. Danach mit 360er nass schleifen und anschließend mit 1000er nass schleifen.
Das grundierte Teil sieht dann so aus.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:53

Schritt 10: Teil lackieren. Ich bin zum Lackierbedarfhändler mit der neuen (blauen) Verkleidung um anhand der Farbtafeln den Ton zu treffen. Auf die Farbangabe von Yamaha habe ich nicht vertraut, da ich glaube dass dies das blau des Tanks ist. Und das sieht doch schon sehr anders aus als die Verkleidungsteile. Den Ton hab ich nicht zu 1000% getroffen, aber ich bin doch schon sehr nah ran gekommen.
Also 0,4 Liter blau Basislack besorgt und Klarlack mit Härter. Den Basislack 2:1 mit Verdünnung gemischt und 2-3 Schichten gesprüht. 10-15 Minuten warten und den Klarlack mit Härter 2:1 und ein wenig Verdünnung mischen und ebenfalls 2-3 Schichten auftragen.
Da ich gerade dran war, habe ich das Vorderradschutzblech und die Lampenmaske auch gleich gemacht (gleiche Schritte zur Vorbereitung, die Teile sahen nur nicht ganz so schlimm aus wie die Heckverkleidung).
Hier das Ergebnis. Ich habe keine Läufer drin, nur ein paar kleine Staubeinschlüsse, aber wenn man bedenkt, dass das alles mit ner Baumarktpistole in der staubigen Garage lackiert wurde, bin ich persönlich eigentlich zufrieden. Ich bin kein Lackierer, noch nicht mal Handwerker.
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Zuletzt geändert von Christof am Sa 5. Okt 2019, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Heckverkleidung aufarbeiten

Beitragvon Christof » Sa 5. Okt 2019, 20:54

und noch ein paar...
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