5. Gang Zahnradpaar erneuern

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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Sallo1971 » So 6. Dez 2020, 18:41

Hi Torn,

besten Dank für die Erklärung...musste erstmal schauen, was du mit Stoßladung meinst.
Das Motoren mit dem Alter drehfreudiger werden, liegt aber auch an der schwindenen Kompression.

Was hast du nun aber bei deinen Test mit einem Zahn vor und einem Zahn zurück festgestellt?

Die neue Steuerkette hab ich nun bekommen. Sie hat die gleiche Länge wie die alte Steuerkette.
Weil ich beim Motorzerlegen davon ausgegangen bin, das die Markierungen passend sein werden, hab ich sie vorher nicht kontrolliert.
Nun stellt sich mir die Frage, wo ich die Nockenwelle hinstellen soll...eher früh (links tief) oder doch lieber spät (links höher)?
Du sagtest ja, lieber links höher(spät)...wobei die Überschneidung nicht durch die Position der Nockenwelle bestimmt wird, sondern von der Position der Nocken auf der Welle.

Die Nocken sind Ein- und Auslassseitig bis auf 1/10mm identisch von ihrer Höhe.
Ich habe die Nockenwelle auf den Nocken liegend dann mal auf meinen ebenen Schreibtisch gelegt und habe festgestellt, das die Markierungen nicht waagerecht, sondern auch links höher waren. Das sollte ja die Position vom Zündungs-OT sein.
Bild

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Hier habe ich die Nocken mit Papier unterfüttert, bis die Markierungen in etwa waagerecht stehen.
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Ich denke, das die Markierungen KW/Gehäusespitze und Nockenwellenbalken/ZK-Dichtfläche den OT kennzeichnen.
Von daher sollte man den NW-Ritzelmarkierungen wohl nicht allzuviel Vertrauen schenken und diese , so wie auf dem Tisch liegend links höher, verbauen.
Ob das so richtig ist werde ich bei der Probefahrt feststellen. Ich werde hier weiter berichten.
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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Sallo1971 » Mo 7. Dez 2020, 09:50

Was mir gerade einfällt...Sind die Nocken von ihrer Form und den Rampen überhaupt identisch bei Ein- und Auslass?
Wäre sonst ja vielleicht möglich, das die Nockenwellenmarkierungen auf dem Tisch liegend deshalb nicht waagerecht sind, weil z.B. die Rampen der links aufliegenden Nocken dicker sind als die rechts liegenden. :roll:

Jaja...es ist kompliziert :(
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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Eumel » Mo 7. Dez 2020, 19:31

Das kann narürlich sein...
Dazu kommt noch das nocken von kipphebelköpfen ein bisschen "krumm" sein müssen um die runde bewegung des kipphebels auszugleichen.
Ich drück mich jetzt technisch warscheinlich total falsch aus.
Die gleitfläche des kipphebels bewegt sich ja auf ner kreisbahn hin und her und verändert dadurch seine entfernung längs zur nocke. Dadurch ist die "auf-rampe" etwas anders profiliert als die "ab-rampe", obwohl die ventilbewegung gleichmässig ist...
Oh man oh man ich hoffe das versteht man... :roll:
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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Sallo1971 » Di 8. Dez 2020, 09:09

Naja...krumm? :mrgreen:
Die Kipphebel haben eine ballige Lauffläche, angepasst an die Nocke.
Der Kipphebel selbst bewegt sich ja nur in einem gewissen Radius auf und ab. Die Kontaktfläche auf der Lauffläche ist sicherlich nicht punktuell, sondern bildet eine gewisse Fläche.

Ich willst jetzt aber auch hier nicht vom 100stel ins 1000stel durcharbeiten.

Ich habe mich jetzt doch gestern nochmal dran gemacht und den Ventildeckel abgenommen um die Nockenwelle um 1 Zahn in Richtung früh zu verstellen.
Die Markierungen der NW befinden sich tatsächlich punktgenau mittig zwischen früh und spät.
Somit ist die NW jetzt 1/2 Zahn auf früh fürs Drehmoment. Läuft sie damit nicht richtig, werde ich 1 Zahn nach spät verstellen.
Wenn sie auch da nicht das gewohnte Verhalten zeigt, wird das NW-Ritzel mit Langlöcher bearbeitet.

Dann muß die Ursache wohl am KW-Ritzel liegen. Beim Abziehen hatte ich nicht auf die Position geachtet. Man hat mir gesagt, das der Punkt darauf genau mittig zur Passfeder fluchten muß und so hab ichs jetzt auch aufgepresst.
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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Torn » Di 8. Dez 2020, 10:19

Ja, natürlich sind Einlass- und Auslassnocke unterschiedlich!
Die Toleranzen bei den Motoren sind eh recht grob - und die Ritzel sind sehr unterschiedlich aufgepresst
Langlöcher haben viele gerade bei Tuningnocken gemacht. Ich hatte mir sogar mal ein Zahnrad komplett mit neuem Innenkern versehen (eingeschrumpftes Innenteil, mehrfach im Spalt verstiftet mit Aufgepresstem Deckel, der zusätzlich mit einem Punktscheißgerät fixiert wurde) und mit einer Art Nonius versehen, also 3 Paar Bohrungen, die jeweils 1/6 Zahn versetzt waren, so war eine ziemlich optimale Justierung möglich und es war kein Spiel in einem Langloch vorhanden, also ein Verdrehen unmöglich.

Das mit der Bogenförmigen Laufbahn hat keinen Einfluß auf die Ventilerhebungskurve! Es wird genau anders herum konstruiert: du hast deine Ventilerhebungskurve und die Form vom Abnehmer am Kipphebel (bei uns Bogenbahn, sonst auch Rolle mit definiertem Durchmesser oder halt auch Tassenstößel...) und kannst daraus die Nockenform ermitteln. Wenn du einfach nur so irgendeine eine Nocke auf der Ballenfläche laufen lassen würdest, garantiere ich dir unerwartete Verzögerungen beim Öffnen und Schließen, die damit ein Verlassen des Abnehmers von der Nockenlaufbahn bei höheren Drehzahlen nach sich zieht und somit ein Ventiltriebsschaden vorprogrammiert ist. Die Erhebungskurve sollte unbedingt eine harmonische Kurve sein mit möglichst flachen Maxima und langsamen Beschleunigungsänderungen, damit du mit weichen Federn auskommst, das spart nämlich richtig viel innere Energie im Motor, die dann hinten am Ritzel zur Verfügung steht! So gibt es auch Nocken, die "hohl" gewölbt sind, das kommt halt auf den die Form vom Abnehmer und die gewünschten Beschleunigungen an...
Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung - und die ist falsch.
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Re: Ventilsitzring wechseln

Beitragvon Eumel » Di 8. Dez 2020, 11:20

Moin
So wie von Torn ausgeführt so habe ich das gemeint. :positive: Ich kann mich da nich richtig ausdrücken... :oops:
"Kipphebelkopf" war vllt unglücklich formuliert. Ich meinte "zylinderkopf mit kipphebel"
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Nockenwellenzahnrad

Beitragvon Sallo1971 » Di 22. Dez 2020, 22:13

Moin Leute,
endlcih habe ich die Ölpumpe bekommen.
Beim Einbau der Kupplung ist mir ja noch eine Schraube vom Korb gerissen.
Die habe ich dann gestern neu bekommen und auch gleich alle getauscht.
Ein paar Probleme gabs dann mit der Ölförderung der Pumpe, worauf hin ich nochmal den Motordeckel abgenommen, die Pumpe ausgebaut und alle Kanäle
mit Öl gefüllt hatte. Dann klappte es auch mit der Ölförderung.
Dann konnte ich auch endlich den Motor starten.
Heute dann die erste kleine Probefahrt im Nahbereich gemacht. Schalten lassen sich alle Gänge gut und der Motor läuft ruhig.
Leistung hat er auch, bin mir nur nicht ganz sicher, ob er die volle Leistung hat, wegen dem halben Zahn Versatz an der Nockenwelle.
Ich hatte in das Nockenwellenzahnrad ja Langlächer gefräst, sodas der von mir durchgezogene Strich auf der Nockenwelle zwischen den beiden Markierungen, jetzt waagerecht ist, bei T-Makierung Schwungrad.
Entweder ist die NW 1/2 Zahn zu früh
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...oder 1/2 Zahn zu spät
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das Polrad ist dabei hier
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so siehts jetzt mit den Lanklöchern aus
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Das NW-Zahnrad hab ich auf die Position 1/2 Zahn zu spät gestellt, die Langlöcher gefräst und so die NW 1/2 Zahn nach links(früh) gedreht.

Nun zu meiner eigentlichen Frage... wie kann man feststellen, das die Steuerzeiten stimmen. Geht das nur über die Leistungsentfaltung oder gibt es noch andere Möglichkeiten oder Hinweise dafür?
Sie springt genauso an wie vorher und läuft auch genau wie vorher. Die Endgeschwindigkeit und richtige Beschleunigung konnte ich noch nicht testen.
Spucken tut sie nicht, weder in Auslass noch in den Einlass.
Ich hatte mal gelesen, das etwas Frühsteuerung besseres Drehmoment im unteren Drehzahlbereich bringt und etwas Spätsteuerung besseres Drehzahlverhalten bringt...oder war es anders herum?
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Re: 5. Gang Zahnradpaar erneuern

Beitragvon Torn » Do 24. Dez 2020, 20:18

wirklich richtig machen kannst du das nur, wenn du auf der Einstellschraube am Kipphebel eine Meßuhr anbaust, eine Gradscheibe am KW-Stumpf anbringst und dann anhand der originalen Ventilerhebungskurve halt den Ventilhub zum Drehwinkel prüfst! Ein wenig aufwendig und wohl auch nur für sehr pedantische Schrauber praktikabel, zumal sich das mit der Meßuhr auch alles als nicht so einfach an dem Motor erweist. Also bleibt bei Ermangelung eines Prüfstandes nur das selber "erfahren".
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Re: 5. Gang Zahnradpaar erneuern

Beitragvon Sallo1971 » Do 24. Dez 2020, 22:36

Ok Torn,
dachte jetzt an eine etwas weniger aufwändige Möglichkeit.
Wenn ich mir die Nocken der Nw angesehen habe, swnd die Nocken auf einer Seite eher gerade und auf der anderen Seite ballig(gerundet).
Lege ich die NW auf die Nocken, dann befinden sich die balligen Nocken auf der Liegeseite.
Kann man die Position nicht als OT-Position nehmen oder ist der OT räumlich nicht genau mittig zwischen Aus-und Einlassnocken?
Gibts dafür Werte oder Literatur?
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Re: 5. Gang Zahnradpaar erneuern

Beitragvon Torn » Fr 25. Dez 2020, 19:37

Also weder die Nocken, noch die Kipphebel sind auf EL und AL Seite gleich, sprich sogar das Übersetzungsverhältnis nicht gleich bei 1:1,3! Daher wird das so wohl nicht unbedingt die exakte Mitte sein. Wie bereits erwähnt ist die Nockenbahn nicht die Ventilerhebung, sondern die Ventilerhebung ergibt sich aus der Lauffläche des Abnehmers und der Ventilerhebungskurve! Aber wenn ich ich mich recht entsinne, sind Anlauf- und Ablauframpe ziemlich symmetrisch, falls dir das jetzt auch nur irgendwie weiter hilft. Sonst echt einfach "erfahren" - die Motoren vertragen locker 1 Zahn daneben ohne Schaden! Die Ventile haben echt reichlich Platz! Wenn der Motor gleich wie ein Trecker klingt, war es einfach zuviel des Guten!
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